Seniorenberatung i. A. des Bezirksamtes Neukölln

Das Bezirksamt Neukölln hat im März 2008 mit dem Humanistischen Verband Berlin einen Vertrag gem. § 55 SGB X geschlossen, um für Neuköllner Seniorinnen und Senioren die sozialpädagogische und sozialhilferechtliche Beratung sicherzustellen.

Zum Personenkreis gehören Menschen ab dem 60. Lebensjahr, die entweder bereits sozialhilferechtliche Bezüge haben (Grundsicherung, Hilfe zur Pflege etc.) oder Unterstützung bei der Beantragung dieser Hilfen benötigen.

Berlin-Neukölln gehört zu den armen Bezirken der Stadt. Die Anzahl der alten Menschen, die aufgrund ihrer geringen Rente auf Grundsicherung und auf Übernahme von Pflegekosten durch das Sozialamt angewiesen sind, steigt. Dazu gehören Frauen, die wegen Familie und Kinder nur wenige Berufsjahre aufweisen können, Erwerbslose oder Migranten, die trotz jahrzehnte langer schwerer körperlicher Arbeit keine ausreichende Rente erreichen konnten. Ein Leben am Existenzminimum führt häufig schneller zu Krankheit und Hilfebedarf, sie verändert Menschen, nimmt ihnen die Kraft, den Alltag mit all seinen Anforderungen zu bewältigen.

Unser Aufgabe ist es, alte Menschen zu unterstützen, damit sie finanziell so abgesichert sind, daß Notlagen wie Schulden, Wohnungsverlust etc. vermieden oder diese möglichst schnell überwunden werden können. Ziel ist es, daß sie ihren Alltag wieder alleine oder mit Unterstützung eines Hilfenetzes bewältigen und gestalten können.

Zu den Aufgaben gehören u.a.:

  • Sozialhilfeberatung - Prinzipien, Ansprüche, Pflichten, Bedarfsermittlung
  • Clearing-Funktion bei persönlichen Notlagen - Problemabklärung, Vermittlung und/oder Einleitung der Hilfen
  • Information und Beratung über seniorengerechte Wohnungsangebote und Unterstützung bei Wohnungsproblemen
  • Beratung und ggf. Hilfestellungen bei Schulden, sofern nicht Schuldnerberatung indiziert
  • Vermittelnde Funktion in der Beziehung Hilfesuchender zum bezirklichen Sachbearbeiter
  • Weitervermittlung und Lotse bei anderen bezirklichen Zuständigkeiten wie Sozialpsychiatrischer Dienst oder Beratungsstelle für Behinderte, Krebskranke und Aids u.a.

Die Mitarbeiterinnen (Sozialarbeiterinnen/Altenpflegerinnen) arbeiten nach der Methode des Casemanagements, d.h. sie erfassen die Probleme, erstellen mit dem Betroffenen einen Hilfeplan, organisieren die Hilfen und bewerten die Wirksamkeit.